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Pressestimmen, Kritiken - zu Nixen fischen

 

Karoline Pilcz in Buchkultur Nr. 172, Ausgabe Juni 2017:

Gibt es noch die Meerjungfrauen, die auftauchen und untergehen und manchmal jemanden mit in die Tiefe nehmen? Die deutsche Autorin Silke Andrea Schuemmer beantwortet diese Frage in ihrem außergewöhnlichen und merkwürdigen Roman mit Ja. Wie selbstverständlich durchschwimmen Nixen diesen Text, der sich zwischen Realität und Märchen bewegt und in den fantastische Elemente mit Erzählungen, Geschichten und minutiöser Beschreibung verwoben sind. Schauplatz ist ein Antikgeschäft für Maritimes, das der in die Jahre gekommene Widerling Knut Seckig führt. Die blutjunge Ines verschlägt es in den düsteren Laden, weil sie ein altes Polaroidbild im Schaufenster entdeckt hat, die sie unbedingt besitzen möchte. Als Bezahlung für das Foto soll sie vier Wochen für Seckig arbeiten. Der beleibte Händler unterweist Ines in der Kunst des Handelns und Tricksens und sie sieht in seinem Laden viel mehr als nur skurrile Utensilien rund um das Meer. Seckig nimmt sich nämlich nicht nur alter Dinge, sondern auch gestrandeter Mädchen an, rettet sie von der Straße, um sie dann selbst zu missbrauchen. Seckigs Antagonist ist Patte, ein einst verunfallter Taucher, der im Rollstuhl sitzt. Er symbolisiert sozusagen das Gute, Seckig das Böse, Ines gerät dazwischen hinein und muss zusehen, wie sie sich aus dieser feuchten, siffigen und schmutzigen Meereshöhle wieder befreien kann. Viele Geschichten werden hier erzählt, Geschichten rund um das Meer, Geschichten von Menschen, die den Weg der Protagonisten gekreuzt haben, Geschichten von Familien. Jeder erzählt hier, freiwillig oder dazu genötigt. Dazwischen finden sich detaillierte Beschreibungen des Antikladens, seines Sammelsuriums sowie des Personeninventars, das dennoch seltsam fremd und distanziert bleibt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dieser Roman, er erschließt sich nicht sogleich und man schwankt anfangs zwischen Faszination und Abstoßung. Dann irgendwann wird man hineingezogen in den Sog der Erzählung wie in die Wellen des Meeres. Ein eigenwilliger, fantastisch-märchenhafter Roman um Auftauchen und Untergehen voller Fische, Quallen und klebriger Tentakel, die kaum Luft zum Atmen lassen.

 

Buchkultur 172, Juni 2017

Buchkultur 172, Juni 2017

Günter Keil im Playboy, Heft Mai 2017:

"Ein Roman wie ein gutes Fischbrötchen: nicht zu dick, delikat, maritim, zaubert ein Schmunzeln ins Gesicht. Im Mittelpunkt stehen die sympathische Studentin Ines und der skurrile Antiquitätenhändler Knut Seckig mit seinen Sex-Gespielinnen. Drumherum zappeln Fische, Quallen und Nixen. Äußerst anregend!"

 

Playboy, Mai 2017

Nixen fischen

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